Gute Nacht da draußen, wo immer ihr auch seid.
Sabine Rückert über den Fall Kachelmann

In Schul­dig auf Ver­dacht kom­men­tiert und berich­tet Sabine Rück­ert über den Fall des ARD-Meteorologen Jörg Kachel­mann. Der Arti­kel ist aller­dings wesent­lich mehr. Es wer­den nicht nur Unge­reimt­hei­ten, erlo­gene Wahr­hei­ten und Anstands­lo­sig­kei­ten the­ma­ti­siert, Rück­ert ent­zieht den Fall der Klatsch­presse und setzt Frauen auf die Ankla­ge­bank:

War­tete Aschen­put­tel frü­her auf den Mär­chen­prin­zen, so ver­zehrt es sich heute nach dem Mann vor der Kamera. So man­che Kachelmann-Freundin, die sich jetzt als sein Opfer fühlt, wird min­des­tens ebenso Opfer ihrer eige­nen Sucht gewor­den sein, von sei­nem Glanz zu pro­fi­tie­ren. Wer schö­nen Schein wollte, hat ihn von Kachel­mann bekom­men. Viel mehr gab es nicht.

Die Akte Kachel­mann ist des­halb auch ein Doku­ment weib­li­cher Selbst­er­nied­ri­gung, in ihr stel­len sich junge, attrak­tive Frauen unse­rer Zeit selbst dar wie die Mätres­sen eines Fürs­ten. Sie zeigt, dass 50 Jahre Femi­nis­mus zwar bewirkt haben, dass Män­ner sich heute bei Delik­ten gegen die weib­li­che Selbst­be­stim­mung als wütende Straf­ver­fol­ger betä­ti­gen, dass aber die Idee vom auf­rech­ten Gang ganze Teile der Frau­en­welt nicht erreicht hat.

Das ist so mit das Deut­lichste und Hef­tigste, was ich über­haupt an Frauen-Kritik durch eine Frau gele­sen habe [Wem für diese Bemer­kung das Zitat nicht aus­rei­chend genug ist, der lese den gesam­ten Arti­kel]. Ich schreibe das jetzt auf diese Art, weil ich wirk­lich nicht weiss, ob ein Mann dies in die­ser prä­zi­sen Form so hätte schrei­ben kön­nen. Rück­ert darf man dank­bar sein für die­sen scho­nungs­lo­sen, treff­si­che­ren Arti­kel. Und auch wenn ich über Ein­zel­hei­ten die­ses Falls nicht auf der Höhe bin, so haben doch die Gedan­ken Rück­erts breite Beach­tung und Über­den­kung ver­dient.

Aktua­li­sie­rung vom 07. August 2010
Inzwi­schen wird Rück­erts Arti­kel auf­grund der Auto­rin kon­tro­vers dis­ku­tiert: Rück­ert soll Kachel­manns Anwalt das Hin­zu­zie­hen eines wei­te­ren Anwalts, die sie vor­schlug, ange­ra­ten haben und habe dann wegen der Ableh­nung die­ses Vor­schlags durch den Arti­kel brüsk rea­giert.

Aktua­li­sie­rung vom 30. Novem­ber 2010
Inzwi­schen ist der bis­he­rige Anwalt von Jörg Kachel­mann, Rein­hard Bir­ken­stock, nicht mehr des­sen Rechts­ver­tre­ter. Abge­löst wird er von Johann Schwenn – dem Juris­ten, den Rück­ert Kachel­mann emp­foh­len hat.

6 Kommentare zu „Sabine Rückert über den Fall Kachelmann“

  • Axel Tigges sagt:

    Kachel­mann ist Wet­ter­ex­perte, die Medien müs­sen ver­schwei­gen was mit dem Wet­ter zur Zeit pas­siert. Prof. Dr. Clau­dia von Werl­hof und Prof. Dr. Rosa­lie Ber­tell Nonne und Natur­wis­sen­schaft­le­rin sind dabei die­ses Grauen auf­zu­de­cken, hier als Buch: Pla­net Earth. The Latest Wea­pon of War, Lon­don 2000, The Women´s Press und hier i Videos: http://www.youtube.com/watch?v=QriBL4sCNug
    http://www.youtube.com/watch?v=qYmw6CglyjA
    So geht es nicht um Kachel­mann, son­dern der Angst der Medien, dass Kachel­mann mutig und beliebt ist und des­halb für die Weni­gen die uns nach­hal­tig schä­di­gen eine Bedro­hung ist. Frauen die lügen sind käuf­lich. Mehr ist da nicht!

    • Irmgard Kronsbein sagt:

      Wo er Recht hat, hat er Recht. Es steht aber noch mehr dahin­ter, und das ist Iden­ti­täts­dieb­stahl an Jörg Andreas Kachel­mann, mit dem sich ein ande­rer (Mode­ra­tor) ein new world order Gehalt erschli­chen hätte, wenn ich nicht dar­auf hin­ge­wie­sen hätte. Die Schwarz­geld­kon­ten flie­ßen dies­mal vor aller Augen auf dem TV Bild­schirm.
      mfg aus 60438 Frank­furt, wo sich die Stasi so (wie bei Kachel­mann, Harry Wörz und Andreas Kühn und VIELEN ANDEREN UNSCHULDIG EINSITZENDEN)neue Iden­ti­tä­ten zum Ver­din­gen bei den Ame­ri­ka­nern klaut, UM DAMIT DER DEUTSCHEN GERICHTSBARKEIT GANZ ZU ENTGEHEN.

  • Eva Hermann sagt:

    Abso­lut unsach­li­cher Kom­men­tar aus rein sub­jek­ti­ver und ein­glei­si­ger Wahr­neh­mung von Rück­ert. Darf soet­was ver­öf­fent­licht wer­den, nur weil es sich um eine Jour­na­lis­tin und Auto­rin han­delt?
    Irgend­eine Frau wird ein Wet­ter­mo­de­ra­tor sich ja gön­nen und wenn eine nicht reicht, dann eben zwei oder elf.
    Dass eine Ex-Bild-Schmiererin sich auf Kos­ten von Opfern mit der “Sel­ber Schuld”-Masche pro­fi­liert, finde ich ein­fach uner­hört, zumal es sich bei der Radio­mo­de­ra­to­rin eben­falls um eine öffent­li­che Per­son han­delt, die mit der Arbeit bei den Medien ver­traut ist.
    Und wenn ich lese, dass aus­ge­rech­net die, den Schwenn ins Ren­nen geschickt hat, dann frage ich mich lang­sam: wie ver­filzt geht es bei Sprin­ger & Co eigent­lich zu? Dass man das Opfer regel­recht mit Angrif­fen auf der Per­sön­lich­keits­ebene “Zer­legt” hat, ist tiefs­tes BILD-Niveau und als rei­ner Rache­zug des Kachelmann-Klans zu wer­ten.

    • Carsten sagt:

      Inzwi­schen würde ich auch sagen, dass sich der Rückert-Text naht­los in eine Bericht­er­stat­tung ein­reiht, die weni­ger die Wahr­heit als die Skan­da­li­sie­rung einer Anklage zum Thema hatte. Über den Pro­zess an sich weiß ich wenig, denke aber, dass sich die Ver­ant­wort­li­chen die Frage gefal­len las­sen müs­sen, wie klug es war, einen der­ar­ti­gen Pro­zess ohne ein­deu­tige Beweise füh­ren zu wol­len.

  • Gast sagt:

    Erfolg wird am Umsatz gemes­sen, manch­mal auch um jeden Preis. Pro­vo­ka­tive Stand­punkte in einem spek­ta­ku­lä­ren Gerichts­fall (Kachel­mann) und danach haben den “Bericht­er­stat­tern” und deren Gefolge viele “Plus­punkte” ver­schafft…

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