Man muss um 4 Uhr mor­gens nicht schla­fen. Meint mein Kör­per gerne mal. Man kann auch mor­gens um 4 mal in einem Blog kom­men­tie­ren. Sicher. Kann man. Man hat aber auch die Gegen­stimme im Kopf, die zu all­so­was sofort meint: “4 Uhr mor­gens? Nicht schla­fen? In irgend­wel­chen Blogs kom­men­tie­ren? Seriös­lich?” Aber auf die Stimme höre ich 4 Uhr mor­gens ja schon lange nicht mehr.

Der Ver­fas­sungs­blog hat eine Reihe ein­ge­führt, in der wis­sen­schaft­li­che Kri­tik zu irgend­wel­chen The­men behan­delt wer­den soll. Wes­we­gen sie dann mit dem Text Alles Bibel oder was? von Samuel Salz­born anfan­gen, bleibt mir ein Rät­sel. Denn der kon­stru­iert sich ein “Weil Reli­gi­ons­kri­tik zu Abge­r­laube bezüg­lich Tech­nik und Natur geführt hat, ist es legi­tim alten Aber­glau­ben zu revi­ta­li­sie­ren.” Schnöff tä täääää.

Naja, wenn man schon unter­stellt, dass aus Reli­gi­ons­kri­tik nur “Aber­glau­ben an die Natur und die Tech­nik” enstan­den ist, dann ist ein Aber­glaube an reli­giöse Dinge sicher­lich wie­der gleich­wer­tig – das liegt aber eben nur an die­ser Unter­stel­lung und diese wie­derum ist weder eine kri­ti­sche Ana­lyse wie in der Ein­füh­rung ange­kün­digt, noch eine akzep­ta­ble Wür­di­gung des Niveaus der Reli­gi­ons­phi­lo­so­phie, die über Marx und Wal­zer hin­aus­geht.

meine ich dazu, lese dann die­sen Arti­kel und gebe mei­ner tri­um­phie­ren­den bes­ser­wis­sen­den Man-muss-nicht-in-jedes-Wassersteigen-Gegenstimme nach, doch noch eine Runde am Kopf­kis­sen zu hor­chen. Ein Teu­fels­kreis.