Du musst besoffen bestellen

Von den Schwei­zern höre ich abge­se­hen von Züri West und Lunik in musi­ka­li­scher Hin­sicht wenig. Viel­leicht haben sie mit allem, was an Text­aufsag­ge­schwin­dig­keit die Songs von DJ Bobo über­steigt, so ihre Pro­ble­me. Zumin­dest im Radio schei­nen sie die Musik­tex­te kaum zu ver­ste­hen:

Cut­ting Crew: I’d just died in your arms ton­ight (Du musst…)
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Roxet­te: Lis­ten to your heart (Dorum bist du so ene Schie­ßuhr heut?)
[flash]http://media.energyzueri.com/web/morgenshow/anneliesebraun/080206ab.MP3[/flash]

NeK: Lau­ra non c’e
[flash]http://media.energyzueri.com/web/morgenshow/anneliesebraun/080129ab.mp3[/flash]

Cin­dy Lau­per: Girls just wan­na have fun
[flash]http://media.energyzueri.com/web/morgenshow/anneliesebraun/080201ab.mp3[/flash]

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Donots — Coma chameleon (Album)

Auf eige­nen Füßen prä­sen­tie­ren sich die Ibben­bü­re­ner Donots im Jah­re 2008, und das ist schon mal eine Bemer­kung wert. Nach Pech mit den alten Labels sind sie nun auf dem Label ihres Front­mann Ingo behei­ma­tet. Die Donots waren bis­lang als Gara­gen­punk­band bekannt. Das bedeu­tet, dass sich ihre Tex­te sehr oft nach deut­schen Punki­mi­ta­to­ren anhör­ten, die voka­bu­lar­be­schränkt ver­su­chen, simp­le The­men in noch simp­le­re Tex­te zu fas­sen. Dabei wird des öfte­ren Schrei­en mit Sin­gen ver­wech­selt. Auf Kon­zer­ten ist das weni­ger auf­fal­lend, da dort laut­stär­ken­be­dingt eh kaum eine Mög­lich­keit besteht, Tex­te zu ver­ste­hen. Und das ist genau der Ein­druck, den die Donots auf die­sem Album bestä­ti­gen, zumin­dest mit den ers­ten 6 Songs.
Danach ent­steht ein doch merk­wür­di­ger Wech­sel. In “Stop the clocks” erin­nern sie ein wenig an Fury in the Slaugh­ter­hou­se. “The right kind of wrong” ist eine durch­aus gute Rock­num­mer. Und die­ser eher rocki­ge, ver­gleichs­wei­se ruhi­ge Touch zieht sich durch den Rest des Albums. Ingo singt sogar, anstatt zu schrei­en. Guuuuuut, die Tex­te sind immer noch nicht publit­zer­pri­ze­ver­däch­tig und Ingos Stim­me reicht für die­se Lie­der gera­de so aus. Aber musi­ka­lisch machen die Donots einen fast gereif­ten Ein­druck. Ich ken­ne gera­de kei­ne ande­re deut­sche Band, die ein der­art gemisch­tes Album hin­krie­gen wür­de. Klei­ner Kauf­tipp mei­ner­seits.

ers­te Aus­kopp­lung: Break my stri­de

Und für alle, die sie noch gar nicht ken­nen: Sac­che­ri­ne smi­le

Donots im Inter­net

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Geschichte des politischen Denkens

Man­fred Bro­cker — Geschich­te des poli­ti­schen Den­kens, Ein Hand­buch, Suhr­kamp 2007
Die­ses Hand­buch bean­sprucht, eine Lücke etwas schlie­ßen zu kön­nen, die trotz vie­ler Bücher zu klas­si­schen phi­lo­so­phi­schen Den­kern bestün­de. Es gäbe kei­ne kna­cki­gen Dar­le­gun­gen von den Haupt­wer­ken, man fin­de immer nur eher Bio­gra­phi­sches. Der gro­ße Umfang des Buches ent­täuscht dann auch nicht auf den ers­ten Blick. Man fin­det 53 Arti­kel zu wich­ti­gen Wer­ken von u.a. Pla­ton, Aris­to­te­les, Cice­ro, Hume, Kant, Mon­tes­quieue, Nietz­sche, Hegel, Luther, Rawks, Haber­mas und und und. Will man einen der bespro­che­nen Auto­ren grund­le­gen­der ken­nen­ler­nen, so ersetzt die­ses Buch natür­lich nicht die Lek­tü­re der ein­zel­nen Auto­ren. Aber für Erläu­te­run­gen der ein­zel­nen Wer­ke ist dies ein sehr anre­gen­des Buch, dass sich jeder Stu­dent, der in die­se Rich­tung arbei­tet, ein­mal genau­er anschau­en soll­te.
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Baddiel, David – Whatever love means

Man darf sich vom Titel die­ses Buches nicht abschre­cken las­sen. Der Titel ist genau­so wie der Autor für dei meis­ten Men­schen aus­ser­halb Eng­lands zunächst ein­mal nichts­sa­gend. Es lohnt sich, bei­dem hin­ter­her zu gehen. Kurz vor ihrer Hoch­zeit führ­ten Lady Di und Prince Charles ein Inter­view mit der BBC. In die­sem Inter­view wur­den bei­de gefragt, ob Lie­be der Grund für ihre Hoch­zeit sei. Lady Di ant­wor­te­te “Natu­ral­ly.”, natür­lich. Prince Charles ant­wor­te­te: “Wha­te­ver love means.” Und die­se doch irgend­wie trau­ri­ge Hal­tung, durch das Leben zu gehen, und irri­tiert davon zu sein, das man nicht genau weiss, was für einen selbst Lie­be nur bedeu­ten mag, trägt Bad­diels Buch in sich. David Bad­diel ist in Eng­land als Come­di­an bekannt gewor­den. Zusam­men mit Rob New­man füll­te er als ers­ter Come­di­an die Wem­bley Are­na in Lon­don mit 12000 Zuschau­ern. Sein ers­tes Buch ist ein lus­ti­ger Roman über einen Jung­spunt, der sich in sei­ne Schwä­ge­rin ver­knallt und dann auf deren inter­es­san­te Schwes­ter trifft. Mit viel All­tags­hu­mor gespickt ist dies eine sehr lus­ti­ge Kum­pel­ge­schich­te. Sein zwei­tes Buch ist da schon ers­ter, voll­kom­men humor­frei, aber noch viel bes­ser ist das drit­te Buch. Es beschreibt Vic, der ein Ver­hält­nis mit der Frau sei­nes bes­ten Freun­des hat. Was zunächst noch als unbe­schwer­tes Vor­sich­hin­le­ben geschil­dert wird, ändert sich für die betei­lig­ten Per­so­nen in ein nicht­vor­her­ge­se­he­nes Fias­ko. Das muss jetzt als Inhalts­be­schrei­bung rei­chen, auch wenn es nicht einer Ana­ly­se gerecht wird, ob und war­um, dies hier gro­ße Lite­ra­tur ist. Das Ding ist nur fol­gen­des: Die­ses Buch lebt von der Wen­dung, die es beschreibt. Und es wäre unfair, inhalt­lich wei­ter­zu­er­zäh­len, da dann das Lese­ver­gnü­gen doch stark gemin­dert wird. Und da ich in voll­kom­me­ner Über­schät­zung davon aus­ge­hen, dass die­ses Buch wegen mei­ner Für­spraqche gel­se­sen wird, las­se ich es hier­bei. Mei­nes Erach­tens ein MUSTREAD, wie man auf eng­lisch sagt, bei dem man erst am Ende das Vor­wort zu ver­ste­hen weiss.

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dolores o’riordan — are you listening? (album)

Ich habe die Cran­ber­ries Anfang der 90er mal in Eng­land gehört, seit­dem ver­folgt mich die Stim­me der Sän­ge­rin. Ihr Debut­al­bum ist etwas der all­ge­mei­nen Betrach­tung ent­gan­gen, was ein gro­ßer, gro­ßer Feh­ler ist. O’Riordan hört sich natür­lich wie ihre frü­he­re Band The Cran­ber­ries an, wobei deren Musik zum Schluss etwas in ein metal­lern klin­gen­des Geschep­per abdrif­te­te. Nur ab und an rag­ten ein­zel­ne Songs her­aus. Ihr Debut-Album knüpft naht­los an alte Songwriter-Qualitäten an. Es gibt ruhi­ge, ver­stör­te, sanf­te, aber auch rocki­ge Stü­cke zu hören. Da müss­te für jeden was dabei sein.

Dolo­res O’Riordan bei Mys­pace

Bei Ama­zon kann man in das gan­ze Album rein­hö­ren. Anspiel­tipps: Ordi­na­ry day, When we were young, Loser.

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Ina Müller – Liebe macht taub

Ja, deutsch­spra­chi­ge Musik, da mach­te man jah­re­lang einen grö­ße­ren Bogen drum­rum als der Papst um einen Beate-Uhse-Laden. Da hiess es “Ich kämpf mich durch die Nacht”, “Einen Stern, der dei­nen Namen trägt”, “Du bist vom sel­ben Stern”, “Du bist mein gro­ßer Bru­der, du bist immer da” und weiss der Schin­der, was sonst noch. Hat jeder Ver­such, aktu­ell Lie­der in deut­scher Spra­che zu pro­du­zie­ren den Makel, in Kitsch zu ertrin­ken? Nein, nicht jeder. Ina Mül­ler kämpft dage­gen, und das tut sie erfolg­rei­cher als Caro­lin For­ten­ba­cher, der man dies gewünscht hät­te. Gemes­sen am letz­ten Album ist das neue Lie­be macht taub tat­säch­lich sowohl inhalt­lich als auch musi­ka­lisch bes­ser gewor­den. Abwechs­lungs­reich und mit Schmiss, so dass unser­eins sich wünscht, Fräu­lein Mül­ler wär 10 Jah­re jün­ger und an Typen wir mir inter­es­siert. Gut, da bleibt wohl nur ihre Musik. Aber die kommt lang­sam, aber gewal­tig. Sie besingt die taf­fe End­drei­ßi­ge­rin von heu­te, die schon über etwas Lebens­er­fah­rung ver­fügt und mit die­ser klar­kom­men muss. Qua­si eine sin­gen­de Ildikó von Kür­thy, die platt­deutsch kann. Man muss nicht jede Zei­le auf die Gold­waa­ge legen und kri­tisch abschät­zen, ein­fach mal abends auf­le­gen und neben­bei hören, eine ange­neh­me Wir­kung wird sich ein­stel­len — ver­spro­chen.

Ina Mül­ler zum Rein­hö­ren bei Mys­pace

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A fine frenzy – One cell in the sea (Album)

Für man­che ist A fine fren­zy noch ein Insi­der, was der ein­zi­ge Grund ist, das Album hier auf­zu­füh­ren. Es ist DAS Album der letz­ten Mona­te. Das liegt sicher irgend­wo dar­an, dass neue Musik sel­ten gut ist. A fine fren­zy, ein Pseud­onym der 22jährigen ame­ri­ka­ni­schen Sän­ge­rin Ali­son Sydol, macht eigen­stän­di­gen Sing­sang, bei dem man nicht genö­tigt ist, sofort den Weiter-Knopf am CD-Spieler zu drang­sa­lie­ren. Wer öfters die eine oder ander ame­ri­ka­ni­sche Serie gese­hen hat, dem wer­den eini­ge Songs aus bspw. Dr. Hou­se oder CSI: NY bekannt vor­kom­men. Der bes­te Song ist der Schmacht­fet­zen Almost lover, aber auch den Rest kann man sich anhö­ren. Kein Jahr­hun­der­tal­bum, aber es reicht für ein Paar Run­den im CD-Spieler, die Abwechs­lung bedeu­ten. In den ame­ri­ka­ni­schen Billboard-Charts ist das Album nicht ein­ge­schla­gen, aber ich bin mir sicher, dass sich das für die jun­ge Dame grund­le­gend ändernd wird.

A fine fren­zy bei MyS­pace

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Goldberg, Lee — Mr Monk goes to Hawaii

Mr Monk goes to Hawaii ist das zwei­te Buch der Rei­he zur Fern­seh­se­rie “Monk”. Die Inhal­te der Bücher sind eigen­stän­dig, d.h. kei­ne in Buch­form gepress­te Monk-TV-Folge. Wer ist Monk? Monk ist ein seit dem Mord an sei­ner Frau gestör­ter und ent­las­se­ner Poli­zist, der Kimi­nal­fäl­le löst, in dem er kleins­te, betrach­te­te Details aus­wer­tet. Wäh­rend die­ses genaue Betrach­ten ein Tick ist, der durch­aus hilf­reich ist, sind sämt­li­che ande­ren Ticks meschug­ge. Er hat vor diver­sen Din­gen Angst, rückt unun­ter­bro­chen schein­bar unge­ord­ne­te Din­ge in die rich­ti­ge Ord­nung und ist ansons­ten ein lie­be­vol­ler Sozio­path. In Mr. Monk goes to Hawaii folgt Monk unter Dro­gen­ein­fluss sei­ner Assis­ten­tin, die die Erzäh­le­rin des Buches ist, in einem Flie­ger nach Hawaii. Dort ver­hin­dert er zunächst die Hoch­zeit ihrer bes­ten Freun­din und inter­es­siert sich für einen Todes­fall auf der Insel. Ich ver­ra­te kein über­gro­ßes Geheim­nis, wenn ich sage, dass er die­sen Todes­fall lösen wird. Dies ist ja auch kein Kri­mi, in dem das frag­lich wäre. Das Wie?, Wer? und etwas unbe­deu­ten­der das Wer? steht bei der Auf­lö­sung im Vor­der­grund. Und neben der Auf­lö­sung nimmt die Welt Monks, geord­net durch das Aus­le­ben sei­ner Ticks, einen Groß­teil der Geschich­te ein. Und die ist min­des­tens eben­so span­nend. Dies ist sicher­lich kei­ne Welt­li­te­ra­tur, aber wer den Haupt­cha­rak­ter mag, wird die­ses Buch mögen, sobald er sich ein­ge­le­sen hat. Die Geschich­te ist ver­ständ­lich geschil­dert, die eng­li­sche Spra­che ange­mes­sen leicht, somit ide­al für Kri­mi­fans und Eng­li­sch­an­fän­ger.
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Fleischhauer, Wolfram — Das Buch, in dem die Welt verschwand

Die­ser 500-Seiter ist eine Art Ver­schwö­rungs­kri­mi zu Zei­ten Imma­nu­el Kants, in dem die­sem eine ent­schei­den­de Rol­le zukommt. Mehr über Kant erfährt man nicht, er und sein Werk die­nen eh nur als eine Art Myste­ry­fak­tor die­ses Geschichts­kri­mis. Der Kri­mi haut einen dann auch nicht aus den Lat­schen, aber der Autor kann schon recht gut schrei­ben. Das lässt einen bis zum Ende des Buches aus­hal­ten.
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