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Mat Honan hat da einen wütenden Artikel über den Irrglauben, seine Passwörter für sicher zu halten, geschrieben. Grundsätzlich ist das ganz richtig und zum wachrütteln sicher auch sinnvoll. Mich hat es auch verleitet, mal etwas kritisch meine Art mit Sicherheitsmaßnahmen zu überdenken. Dass öffentliche Accounts von mir mit E-Mail-Adressen werbefinanzierten Werbedienstleistern zugänglich waren, habe ich dann mal abgestellt. Oft gleiche Passworter zu denselben Nutzernamen, worunter sich oft schlicht der Vorname befindet – alles raus.
Dann habe ich aber den Artikel nochmal gelesen und gesehen: So intensiv kann man mir gar nicht in die Quere kommen. Sicherlich ist computertechnisch irgendwie auch das möglich, aber bei mir bestehen keine Zugänge auf Bankkonten, auf Telefone und Computer über Sicherheitsfragen geschützte, und dadurch leichter knackbare E-Mail-Konten. Wirklich relevante Passwörter habe ich nicht in E-Mail-Accounts online gespeichert.
Also ganz verunsichert hat mich der Artikel nicht, aber vielleicht denkt man in Amerika mal darüber nach, dass das deutsche Ansinnen eines Datenschutzes nicht unbedingt völligster Kokolores ist.
Gerade zoffen sich also der Spiegel und Marina Weisband über autorisierte oder nicht autorisierte Zitate. Mir scheinen die beanstandeten Zitate gegenüber der dem gewünschten Inhalt nicht gänzlich sinnverändernd zu sein, aber man wird in kommender Zeit sicher mehr dazu hören. Mich erinnerte diese Causa an meinen Rechtsstreit, den ich eines Tages im Spiegel wiederfand.
Ende letzten Jahres bekam ich eine E-Mail eines Twitter-Benutzers, der sich für die Angelegenheit meines Rechtsstreits interessierte. Mir war weitläufig bekannt, dass er für den Spiegel arbeitet. Etwas überrascht war ich, als ich Inhalte der E-Mail-Korrespondenz auf den Seiten des Spiegels wiederfand. Von einem Artikel über die Angelegenheit sowie der Veröffentlichung des Inhalts war so wenig je die Rede gewesen wie von einer Autorisierung der dortigen Inhalte. Ähnliches denke ich über das Telefongespräch des Autors mit der Gegenseite.
Ich hätte damals gegen den Spiegel vorgehen können, hatte aber schlicht keine Lust, mich noch mehr mit der Thematik auseinander zu setzen. So ließ ich es. Und so blieb der reißerische Artikel beim Spiegel, der Klicks generieren und nicht die Realität abbilden soll.
Aktualisierung
Piratenpartei-Mitglied und Anwalt Markus Kompa keilt gegen die SPIEGEL-Autorin.
Nicht, dass ich wüsste, wozu das genau gut sein soll, aber Youtube stellt zu diesem Blog eine eigene Seite mit verlinkten Youtube-Videos her. Die kann man da dann auch hintereinanderweg schauen, die Funktion biete ich in dieser Seite nicht. Dafür fehlen die Videos, die woanders gehostet sind. Aber wie gesagt: Ich weiß nicht, wozu das genau gut sein soll und ich bin auch kein ausgesprochener Youtuber. Vielleicht bringt irgendwem das irgendwas.
Endlich gelangt die deutsche Rechtssprechung mal in realistischere Gefilde, was die Geldmacherei mit Abmahnungen im Internet angeht:
Das OLG Braunschweig hat geurteilt, dass bei Fotos, die bei eBay in Privatauktionen Urheberrechte verletzen, allenfalls ein Schadensersatz von 20€ zu entrichten ist.
Außerdem, so das Gericht,
findet die MfM Tabelle für die Berechnung des Fotografen Honorars bei privaten eBay Auktionen keine Anwendung, da die Tabelle keine Empfehlungen für die branchenüblichen Vergütungssätze und Tarife zur Überlassung von Produktfotos zum Zwecke eines privaten eBay-Verkaufs enthält.
Jetzt wäre mal ein Urteil sinnvoll, dass private Blogs nicht schlechter stellt als private eBay-Auktionen, aber es ist immerhin ein erster richtiger Schritt gemacht.
Ich habe gerade festgestellt, dass ich seit 25 Jahren irgendwo hinkritzel, was gerade so meine Aufmerksamkeit fesselt. 13 Jahre davon in ein Tagebuch, 3 Jahre auf eine Homepage und jetzt schon 10 Jahre in Blogs.
Mit der Timeline möchte Facebook solche Kritzeleien ablösen. Pustekuchen. Von mir werden sie keine derartigen Informationen aus erster Hand bekommen. Twitter hat direkte Kontakte ermöglicht, ohne dass man jemanden sonderlich gut kennt. Zwar war ich mit einem Tweet eher im Spiegel als mit einem Blogartikel, dennoch können diese kommerziellen Netzwerke nicht mit meinem Blog mithalten. Ein Vergleich wäre ganz sinnlos und lässt sich auch nicht über die Anzahl von öffentlichen Reaktionen auffädeln.
Blogs können immer noch höhere Wellen schlagen als kommerzielle Soziale Netzwerke. Sie müssen das nicht, können es aber. Und sie können sich ganz uninteressiert daran zeigen, wie stark genutzt Soziale Netzwerke werden oder wie stark ihre Nutzung an Nutzerinteresse verliert.
Bleibt mein Blog? Zumindest mein Gekritzel bleibt. Egal wie viele Hunde dagegen anbellen.
Irgendwann beim Biblostati war mal wie so oft die Rede von Blogs und Denis meinte, Blogs seien für ihn alles, was unter Texten eine Kommentarfunktion zur Verfügung stellte. Das ist zwar eine sehr kurze Beschreibung, sie enthält aber wohl ein durchaus bekanntes Merkmal. Heute nun schließt Lars Reineke mit Verweis auf qualitative Armut von Kommentaren die Kommentarfunktion seines Blogs. Das ändert wohl nichts daran, dass er ein Blog betreibt, wirft aber die Frage auf: Wie verzichtbar sind Kommentare für ein Blog?
Ich mag die Möglichkeit, Kommentare an Blogbeiträge anhängen zu dürfen, insofern habe ich selber wenig Interesse daran, die Kommentarfunktion in diesem Blog abzustellen. Es werden sowieso nicht sonderlich oft Kommentare hier abgegeben und das hat mich nie gestört. Eine Masse an Kommentaren werten ein Blog nur scheinbar auf, es kommt eben doch auf die Qualität der Beiträge an und die ist bei keinem mir bekannten deutschen Blog umwerfend hoch.
In der letzten Woche ist dieser Beitrag von mir stark frequentiert worden. Das Lag vor allem an einem Link, der sich auf Spiegel Online befand, was mit sich zog, dass auf einen Schlag tausende Spiegel Online-Leser den Weg auf mein Blog fanden. Die werden nun keine Stammleser dieses Blogs, was mich aber auch beruhigt: Denn, zumindest was die Kommentatoren betrifft, waren die vpn Spiegel Online kommenden Leser nicht sonderlich gut im Stande, eine kritische, eigene Meinung zu entwickeln, sondern bezogen sich nur auf die Flöhe, die ihnen auf der Seite von Spiegel Online ins Ohr gesetzt wurden. Und das waren einige, denn der Bericht war eher reißerisch und machte nicht den Eindruck, dass der Verfasser die rechtliche Problematik sonderlich gut verstanden hätte.
Nach 200 Kommentaren habe ich dort die Kommentarfunktion geschlossen. Nach dem ersten großen Schwung an Kommentaren waren die tatsächlich interessanten Aspekte zu Ende besprochen, die Spiegel Online-Flohhüter zogen weiter und übrig blieb eine dort in Rede stehende Person, die rumtrollte. In anderen Foren ist die durch diesen Artikel angerissene Problematik weitaus sachlicher besprochen worden, das finde ich so erfreulich wie für mein Blog schade.
Mir ist aber nicht die Laune verdorben worden durch die polemischen Kommentare, so wenig ich in die Luft gesprungen bin bei mir freundlich gesonnenen Lesern. Die Kommentarfunktion dient meines Erachtens dazu, sich einer Kritik zu stellen; sie soll mir selbst klar machen, ob meine vorgetragene Position argumentativ in Ordnung geht oder leicht umgeworfen werden kann. Ich bin nicht darauf aus, Gesinnungsapplaus zu bekommen. Die Funktion stellt meine eigene Anspannung sicher, nicht in Geschwätz zu verfallen, das keine Kritik mehr verdient.
Ich stimme Lars in seiner negativen Analyse von Blogkommentaren, sofern sie wie in meinem angesprochenen Artikel geballt auftreten, durchaus zu. Es ist durchaus nervig, den x-ten blödsinnigen Kommentar zu lesen. Aber es geht bei der Möglichkeit einer Kommentarfunktion auch immer um den einzelnen Geist, der einen Artikel kritisiert, den noch niemand kommentiert hat, der einen Punkt aufgreift, den ich plump übergangen habe, der mich zwar falsch versteht, aber zwingt, mich genauer auszudrücken. Bloggen ist so der Versuch, eine subjektive Haltung objektiv in Frage stellen zu lassen. Das verstehen zwar einige Kommentatoren nicht und missbrauchen die Funktion nahezu, aber durch deren Verhalten lasse ich mir meine Idee nicht kaputt machen.
Momentan ist es ja irgendwie unter Politikern Mode, statt sich mit Inhalten zu befassen, andere Parteien zu interpretieren. Für die Grünen hat das Malte Spitz übernommen. Und der radebrecht da im übelsten Politikersprech Neunmalkluges wie:
Die Piraten inszenieren sich als Partei der „Avantgarde“, die sich aber vorwiegend mit sich selbst und weniger mit Wählern und Inhalten beschäftigt, die mit ihrem Outlaw-Image und dem Versprechen der Avantgarde spielen, und damit erfolgreich ins Berliner Abgeordnetenhaus und in ein Umfragehoch segelte.
Das ist das, was Konservative anfangs über die Gründen gesagt haben. Herzlichen Glückwunsch, Herr Spitz, zu dieser Punktlandung.
Die Grünen haben schlicht Jugendlichkeit als Markenkern verloren, sind inzwischen eben auch oft alt geworden, zu alt für die Jugend von heute. Fürchterlich auch der Fall in Technikgefasel, das jugendlich wirken soll:
Den Piraten fehlt die große Erzählung, die Vision jenseits von Buzzwords.
Was ist denn die große Erzählung der Grünen? Was haben große Erzählungen in der Politik verloren?
Stattdessen wurden als erstes reflexhaft die „Köpfe“ von BKA-Chef Ziercke und Innenminister Friedrich gefordert und in Interviews mit Wild-West Vergleichen schwadroniert, statt aufzuzeigen, was die Zusammenhänge bei diesem Thema bedeuten, das anscheinend deutsche Unternehmen solche Technik entwickeln, staatliche Behörden dies mit völliger Unwissenheit und ohne Kontrolle fahrlässig einsetzen.
Oh, wenn etwas überfällig ist, dann den Rücktritt von Friedrich zu fordern, der in dieser wie zuvor bei der Islam-Thematik so unbeholfen und fehlgeleitet herumschwimmt, dass Kompetenzanfragen nicht ausbleiben sollten. Erschreckend, dass sie nicht von den Grünen gekommen sind, sondern erst von den Piraten.
die Piraten sind in keine inhaltliche Lücke gestoßen
Oh doch, Herr Spitz. Ob sie sie ausfüllen können, ist eine andere Frage, aber für die Grünen wäre Einsicht hier ein erster Schritt zur Besserung.
Ich bin jetzt nicht so ein, wie heißt das noch gleich, Geek, dass alles, was an Online-Technik von mir verwendet wird, total mein geistiges Durchdringen wiederspiegelt. Andere Blogger müssen ja unbedingt Software an den Start bringen, die sie selber geschrieben haben, deren höchster Admin sie selbst sind. Da bin ich schon etwas gelassener. Die Dinge, die hier veröffentlicht werden, sind nun eben mal nicht Allerprivatestes.
Facebook möchte ich dennoch etwas fernhalten. Das habe ich schon mal geschrieben, doch immer zwei Browser am Laufen zu haben, ist auch etwas nervig. Vor allen auf Rechnern, die eh nur für gelegentliches Surfen bestimmt sind. Daher verwende ich dort den Firefox Browser mit ein paar Bitte-keine-Werbespione-unnätig-reinlassen-Plugins, die da wären: ShareMeNot, RequestPolicy, BetterPrivacy, und natürlich Adblock Plus.
Man muss zwar anfangs diverse Rechte für Seiten extra anlegen, aber nach einiger Zeit – man surft ja eh oft auf denselbenSeiten – hat sich das Ganze sehr schön eingespielt. Und mann schützt sich auch etwas vor der Informationsüberflutung, die einige Webmaster ihren Besuchern antun.

