Artikel-Schlagworte: „Christian Wulff“

- BBC News – Berlin and its ‘democratic’ canteen culture In Berlin, countless works canteens are open to the public. Anybody can wander in, pick up a tray, queue of course, and then buy a mountain of a meal for the price of a snack. And then return your tray and dishes because that’s what you do in a canteen.
- Wetten, dass…?: Eine hemmungslose Boulevard-Schranze – Handelsblatt
- Ermittlungen der Staatsanwaltschaft: Wulff war knapp bei Kasse – FAZ
- SPD und Grüne im Bundesrat wollen das Leistungsschutzrecht “verbessern” anstatt es abzulehnen | Logbuch des Isarmatrosen
Heute ist also der Tag, an dem Conny Kramer starb Christian Wulff als Bundespräsident kündigt – wenn man den ZDF-Informationen glaubt, ist das in etwa einer halben Stunde der Fall. Dann schauen wir also alle mal intensiv auf www.istChristianWulffnochimAmt.de [oder hier im ZDF-Livestream]. Bis dahin schauen wir Kalkofes letzte Wulff-Parodie von heute – quasi dem gemeinsamen Abschluss.
Malte Welding meint, Wulff wäre halt mit seiner trotzigen Haltung ein Kind seiner Generation – mit Betonung auf Kind.
Wo wir gerade bei Wohnungswechsel sind: Sascha Lobo räumt auch seine Butze.
Und während ich mir die Frage stelle: Wird jetzt eine Frau Bundespräsidentin? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.
Glaubwürdigkeit ist der zentrale Begriff, über den der amtierende Bundespräsident gerade stolpern kann. Dabei ist es gar nicht wichtig, ob er konkret einen Fehler gemacht hat, sondern es geht darum, ob man ihm glaubt, was er getan hat. Das ist etwas zwieschneidig.
Positiv ausgedrückt, geht es darum, ob der Präsident lügt. Als Tüpfelchen über diesem i spekuliert die Presse darüber, ob er die Pressefreiheit missachtet hätte. Auch hier geht es darum, dass man darauf pocht, jemand sollte in jeder Situation eine völlig offene Aufrichtigkeit an den Tag legen.
Mir ist es als Schüler mal passiert, dass ein Lehrer fragt, ob ich meine Hausaufgaben hätte. Ich sagte, ich wüsste es nicht und wolle erst mal die betreffenden im Übungsheft auszufüllenden Aufgaben ansehen. Ich hatte sie nicht erledigt und bekam einen Extratadel für einen Täuschungsversuch. Man sollte als Schüler wohl für einen angeblich erweckten Eindruck ohne realen Hintergrund haften.
Und so wird auch Bundespräsident Wulff gerade auf die Schippe genommen: Jede unklare Formulierung wird als Tadel der Glaubwürdigkeit genommen. Wulffs Aufklärungsarbeit ist tatsächlich so, dass man eine schnellere und genauere Darlegung der Angelegenheiten wünschenswert gewesen ist.
Aber stellt man an das Amt der höchsten Repräsentation des Staates wirklich den Anspruch, dass jede Frage ohne Abwägung der Folgen der Antwort jederzeit ohne Umschweife beantwortet werden soll? Finden wir es unangemessen, wenn die Person, die dieses Amt versucht auszufüllen, zögerlich ist, wenn die Blödzeitung eine Kampagne startet, für dass sich andere renomierte Zeitungen bereitwillig instrumentalisieren lassen? Oder um es mit Hape Kerkeling zu fragen: Darf ein Präsident auch mal sauer sein?
Unabhängig davon, was in der Kreditaffäre letzten Endes rauskommt, ist die Methode der Presse, unausgegorene Spekulationen als Grundlage für Spekulationen über Glaubwürdigkeit, die man durch fragwürdige Umfragen einholt, zu verwenden, das eigentliche Skandalon dieser Tage. Es kommt ihnen doch eh nur darauf an, wie lange ein derartiges Thema in der Presse ist.
Selbst gestandene Zeitungen unterscheiden kaum noch zwischen Gerüchten in dieser Angelegenheit, völlig harmloser Begleitmusik, handfesten Vorwürfen und klärbaren Fragen. Die Rolle der Medien wird dabei geradezu ausgeklammert, als ob sie tatsächlich, wie oftmals gefordert, keine Rolle spielte. Es wird immer weitergestochert bis das Stochern die eigentliche Meldung ist. Die Glaubwürdigkeit des Bundespräsidenten hängt von der dieses Amt inne habenden Person ab, nicht vom Amt selbst.
Die Glaubwürdigkeit der Medien hängt davon ab, inwiefern sie in der Lage sind, ein Thema fachkundig zu analysieren. Eine Zeitung, die diese Glaubwürdigkeit nicht mehr besitzt, wird auch nicht mehr gekauft. Wieso auch.
Journalismus á la Springer: Wenn der Bundespräsident die Abschrift einer privaten Mailboxnachricht untersagt, dann leakt man es eben einfach. Die Blödzeitung war’s natürlich nicht. Andere Medien, wie z.B. das ZDF, greifen diese neuen, wenn auch ziemlich belanglosen Informationen ohne Medienkritik natürlich auf.
Stephen Hawking ist 70 geworden. Herzlichen Glückwunsch zu so viel Lebenswillen.
Man hat es schwer als Bundespräsident, meint dann auch Christoph Süß auf Bayern2:
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Und während ich mir die Frage stelle: Gibt es bei den Parteien denn kein Notfallpolitikprogramm, um gestandene Politiker aus den eigenen Reihen aus dem Feuer zu holen? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.
Ich habe die Einlassungen Rainer Erlingers nie gemocht, weil er sich ohne genau zu argumentieren als moralischer Besserwisser aufspielt, der meint moralisch richten zu dürfen. Dabei vergreift er sich des öfteren wie nun auch im Fall Christian Wulff, indem er alles mögliche zu einem moralischen Problem stilisiert. Diesem sei folgendes moralisch(!) vorzuwerfen:
Hier entsteht schon das Gefühl oder der Verdacht, na vielleicht war da doch irgendetwas.
Und sowas darf ein Bundespräsident nicht zulassen. Dabei ist das in Rede stehende schlicht ein Vorurteil. Und Vorverurteilungen, in diesem Fall durch die Medien hochgepushte, muss man nun also moralisch im Griff haben?
Bullshit.
Zumindest dubios: Juristen sagen ja gerne, ein Blick in den Gesetzestext erleichtert die Rechtsfindung. Das unterlassen Journalisten in der Berichterstattung über den Bundespräsidenten, seine Hausfinanzierung und sein Buch derzeit aber und vermelden, dass selbst Experten die Angelegenheit unklar finden. So funktioniert also Journalismus: Kann man jemandem nichts juristisch anhängen, schreibt man einfach ABER MORALISCH IST DAS SCHLIMM und sucht sich einen Juristen, der das Ganze “dubios” findet.
Katrin Schuster beglückwünscht den Diophanes-Verlag zum 10jähringen mit einer euphorischen Programmbeschreibung. Ich kenne den Verlag zwar nicht, mich reizt, das, was ich dort kenne, nicht sonderlich, aber ich schmöker mal rein.
Nach KimJongIllookingatthings nun endlich auch: KimJongUnlookingatthings.
Und während ich mir die Frage stelle: Wieviele Koreaner haben das Kim-Jong-Il-Geheule eigentlich faken müssen?, hole ich mir erst mal noch einen Kaffee.

