Guten Morgen

morgenkaffee

Da hat die Kan­z­lerin aber ein­mal ein religiös­es Macht­wort gesprochen: Es stimme wie Bun­de­spräsi­dent Wulff sagt, dass der Islam zu Deutsch­land gehöre wie Chris­ten­tum und Juden­tum, er gehöre aber eben nicht zum Selb­stver­ständ­nis Deutsch­lands. Das ist dann wohl die CDU-Vari­ante von: Ich bin nicht frem­den­feindlich, aber ich mag keine Aus­län­der.

Malte Weld­ing befasst sich mit dem Buch von Stephanie Gut­ten­berg über sex­uellen Kindesmißbrauch und trifft auf ein Mach­w­erk aus der Kitschk­iste:

Frau zu Gut­ten­berg macht dabei etwas, das sie ver­mut­lich nicht beab­sichtigt. Indem sie einen Zusam­men­hang her­stellt zwis­chen Videos, die Kinder sich anse­hen, und sex­uellem Miss­brauch, wirkt es auf ein­mal, als kön­nten die Kinder etwas an dem an ihnen verübten Ver­brechen ändern, wür­den sie statt MTV den Kinderkanal anschauen. Das erin­nert dann doch arg an die Argu­men­ta­tion früher­er Verge­wal­ti­gung­sprozesse: Wenn die Frau doch einen Minirock trägt, dann ist sie halt sel­ber Schuld.
Natür­lich meint zu Gut­ten­berg das nicht so, sie denkt halt ein­fach nicht beson­ders scharf. Oder lassen Sie es mich fre­undlich­er for­mulieren: Sie ist erstaunlich unsortiert. Tim Ren­ner (unter anderem Pro­fes­sor an der Pop-Akademie Baden-Würt­tem­berg) weist darüber hin­aus darauf hin, wie sich Stephanie zu Gut­ten­berg geschmückt mit Teufelshörnchen auf einem AC/DC-Konz­ert fotografieren lässt und schließt, es sei völ­lig inakzept­abel „sich ein­er­seits des Rock’n’Rolls zu bedi­enen, wenn es darum geht, sich und den Gat­ten in der Öffentlichkeit als lustige CSU-Rebellen zu posi­tion­ieren und ihn dann zu miss­brauchen, um einen pop­ulis­tis­chen Beleg für The­sen rings um ein so schreck­lich­es Phänomen wie Kindesmiss­brauch zu haben“.

Michael Spreng bew­ertet die Infor­ma­tion, dass Wolf­gang Schäu­ble eine Rück­nahme ermäßigter Mehrw­ert­s­teuer­sätze ( z.B. “sieben Prozent Mehrw­ert­s­teuer für Ren­npferde, Schnit­tblu­men, Hun­de­fut­ter – und auch für die Hote­liers” ) zurück­genehmen will als schlechte Nachricht für die Bürg­er Deutsch­lands.

Und während ich mir die Frage stelle: Hat — genau genom­men — nicht Chris­t­ian Wulff durch sein Goethe Zitat Men­schen wie Merkel der zweis­chnei­di­gen Zunge deklar­i­ert? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[Foto: Luc van Gent]

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