Ein Buch, das dich an jemanden erinnert

Es gibt eigentlich unzäh­lige Büch­er, die mich an Per­so­n­en erin­nern. Jedes Buch eines Autors, den ich ken­nen­gel­ernt habe, erin­nert mich an diesen. Jedes geschenkt bekommene an den Schenker, viele ver­schenk­te an die Beschenk­ten. Wo sollte man da anfan­gen?

1. Das Buch, das du zurzeit liest
2. Das Buch, das du als näch­stes liest/lesen willst
3. Dein Lieblings­buch
4. Dein Has­s­buch
5. Ein Buch, das du immer und immer wieder lesen kön­ntest
6. Ein Buch, das du nur ein­mal lesen kannst (egal, ob du es has­st oder nicht)
7. Ein Buch, das dich an jeman­den erin­nert
8. Ein Buch, das dich an einen Ort erin­nert
9. Das erste Buch, das du je gele­sen hast
10. Ein Buch von deinem Lieblingsautoren/deiner Lieblingsautorin
11. Ein Buch, das du mal geliebt hast, aber jet­zt has­st
12. Ein Buch, das du von Freunden/Bekannten/… emp­fohlen bekom­men hast
13. Ein Buch, bei dem du nur lachen kannst
14. Ein Buch aus dein­er Kind­heit
15. Das 4. Buch in deinem Regal von links
16. Das 9. Buch in deinem Regal von rechts
17. Augen zu und irgen­dein Buch aus dem Regal nehmen
18. Das Buch mit dem schön­sten Cov­er, das du besitzt
19. Ein Buch, das du schon immer lesen woll­test
20. Das beste Buch, das du während der Schulzeit als Lek­türe gele­sen hast
21. Das blödeste Buch, das du während der Schulzeit als Lek­türe gele­sen hast
22. Das Buch in deinem Regal, das die meis­ten Seit­en hat
23. Das Buch in deinem Regal, das die wenig­sten Seit­en hat
24. Ein Buch, von dem nie­mand gedacht hätte, dass du es liest/gelesen hast
25. Ein Buch, bei dem die Haupt­per­son dich ziem­lich gut beschreibt
26. Ein Buch, aus dem du deinen Kindern vor­lesen würdest
27. Ein Buch, dessen Haupt­per­son dein „Ide­al“ ist
28. Zum Glück wurde dieses Buch ver­filmt!
29. Warum zur Hölle wurde dieses Buch ver­filmt?
30. Warum zur Hölle wurde dieses Buch noch nicht ver­filmt?
31. Das Buch, das du am häu­fig­sten ver­schenkt hast

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Was ich noch sagen wollte… zur Konservatismuskrise der CDU

Ich habe schon vor Jahren gemeint, dass die CDU eine eben­solche Iden­tität­skrise befall­en wird wie die SPD. Den in ihrem Fes­thal­ten alter Werte waren sich bei­de Parteien ein­fach gle­ich. Die derzeit aus­ge­tra­gene Iden­tität­skrise umfasst auch den Begriff der Kon­ser­v­a­tiv­ität. Das C in CDU ste­ht zwar für christlich, kön­nte aber bess­er für kon­ser­v­a­tiv ste­hen, schließlich sind die Ansicht­en der Katholis­chen Kirche, die für viele das Chris­ten­tum mit verkör­pert, alles andere als mehrheits­fähig.

Kon­ser­v­a­tiv­ität ist also etwas leicht anderes. Es ist das Mir san mir der CDU: Das haben wir schon immer so gemacht, das machen wir auch weit­er­hin so. Der Grund, dass Frauen in der Katholis­chen Kirche nicht die gle­ichen Rechte haben wie Män­ner, entspricht eben diesem kon­ser­v­a­tiv­en Gedanken. Eine fun­da­men­tal­is­tis­che Hal­tung kann man sowas auch hal­ten, schließlich wird hier an einem ange­blichen Fun­da­ment fest­ge­hal­ten, ohne den das Gebäude als Ganzes in Gefahr gerät.

Nun muss man in unser­er mod­er­nen Welt allerd­ings so flex­i­bel leben, sich ein­lassen, unter­schiedliche Lebensweisen zu respek­tieren, unter­schiedliche Arbeit­en anzunehmen, dass ein ein­fach­es Ich mache etwas, so wie ich es immer gemacht habe, gar nicht mehr sin­nvoll ist. Es ist auch oft­mals nicht son­der­lich schwierig, sich auf anderes einzu­lassen. Manch­mal bere­ichert dies auch ein­fach das eigene Leben, dadurch, dass man Äng­ste auf diese Weise ver­liert.

Der alte Begriff des Kon­ser­v­a­tiv­en ist somit schlicht tot. Deswe­gen gibt es ger­ade eine Kon­ser­vatismuskrise in der CDU. Da ist vie­len schlicht zu ein­leuch­t­end, dass der alte Begriff heute kaum noch taugt und bei aktuellen Prob­le­men schlicht nicht weit­er führt. Offen­bahr kann es sich die CDU aber irgend­wie nicht leis­ten, diesen Begriff über Bord zu schmeis­sen, so ver­al­tet er auch sein mag. Daher bastelt man mit Hil­fe von Spiegel-Redak­teuren an neuen Def­i­n­i­tio­nen. Erfol­g­los — will man über­haupt etwas anderes aus­sagen mit dem Begriff als mir san mir. Denn run­tergeschraubt auf Bewährtes erhal­ten verkürzt den Begriff kon­ser­v­a­tiv auf nüt­zlich.

Da schaut man in der CDU dann hoch zu kün­fti­gen Leucht­tür­men wie Bun­desvertei­di­gungsmin­is­ter Gut­ten­berg. Der grund­satzre­det dann im Kern wie fol­gt:

Die Frei­heit, sich für oder gegen etwas zu entschei­den, set­zt die Fähigkeit vor- aus, sich seines Ver­standes zu bedi­enen. Schon der Apos­tel Paulus hat in seinen Briefen zwei Arten von Frei­heit unter- schieden: die Frei­heit „von“ und die „Frei­heit zu“. Als Men­schen sind wir zur Frei­heit befre­it. Frei­heit set­zt schließlich die Fähigkeit voraus, sich entschei­den zu kön­nen. Und die Fähigkeit zur Entschei­dung set­zt Urteilsver­mö­gen voraus. Ist das vielle­icht der Kern der wiederkehrend unbe­friedi­gen­den Kon­ser­v­a­tivis­mus-Debat­te? Sich ein eigenes Urteil bilden, den Weg in die Zukun­ft aufzeigen kann indes nur, wer weiß, woher er kommt und wohin er gehen will, in ein­er Gemein­schaft der­jeni­gen, die vor uns waren, die heute sind und die mor­gen sein wer­den — let­ztlich in ein­er Nation.

So soll er ausse­hen, das neue kon­ser­v­a­tive Grund­ver­ständ­nis. Und doch ist es schwierig. Im ersten Satz bezieht sich Gut­ten­berg auf Kants Habe den Mut, dich deines eige­nen Ver­standes zu bedi­enen, schwingt über auf Paulus, um Chris­ten bauchzupin­sel, auch wen dieser Gedanke älter ist als Paulus, dessen “zur Frei­heit befre­it” trotz sein­er Schwammigkeit nicht fehlen darf. Dann kommt er wieder zu Kant mit der Wichtigkeit des Urteilsver­mö­gens und fragt, ob das der Kern der Kon­ser­vatismus-Debat­te sei.

Ja, das ist der Kern: Der Kern ist, dass der Begriff Kon­ser­v­a­tivitt in der CDU mit linken Ideen erset­zt wird. Denn kaum ein Philosoph war wohl so kon­se­quent links wie Kant.

Man kann sich allerd­ings dur­chaus ori­en­tieren, ohne zu wis­sen, woher man kommt, solange man nur weiss, wo man ist. Gut­ten­bergs selt­same Idee, dass man sich let­ztlich nur in ein­er Nation ein eigenes Urteil bilden könne — dummes Zeug, dass dem Anfangsap­pell sich seines eige­nen Ver­standes zu bedi­enen diame­tral im Weg ste­ht.

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