Was ich noch sagen wollte… zu Merkels Multikulti-Beerdigung

Sowohl Angela Merkel als auch Horst See­hofer haben sich dadurch zu pro­fil­ieren ver­sucht, Mul­ti­kul­ti für gescheit­ert bzw. tot zu erk­lären. Es hat schon etwas von Hil­f­s­losigkeit, dass die vorder­sten Kräfte von CDU und CSU zu solchen plat­ten Aussprüchen greifen müssen, wo es doch mit der Eigeniden­ti­fika­tion dieser Partei mehr als hapert.

Dabei ist selb­st diese Aktion nur eine Cov­er-Ver­sion: Das Orig­i­nal lief vor weni­gen Jahren in den Nieder­lan­den, als öffentlichkeitswirk­sam davon die Rede war, dass die Inte­gra­tions­be­mühun­gen in den Nieder­lan­den für gescheit­ert erk­lärt wur­den. Nun muss man dazu sagen, dass die Inte­gra­tions­be­mühun­gen der Nieder­län­der weit aus­gereifter gewe­sen sind als die der Deutschen: Es waren ganze Pro­gramme vorge­se­hen, anhand der­er gedacht war, dass sich Immi­granten ori­en­tieren kön­nen: Sprachkurse, Inte­gra­tions­grup­pen, Hin­weise auf Ver­anstal­tun­gen, kurz: Es wurde erk­lärt, wie die nieder­ländis­che Gesellschaft funk­tion­iert. diese Pro­gramme wur­den aber schlecht angenom­men, so dass es vielerorts Stadtvier­tel gab, in denen nicht nieder­ländisch gesprochen wurde, in denen keine Inte­gra­tionsver­suche gemacht wur­den.

Wenn jet­zt die Lan­desvorderen Deutsch­lands aus dem Fen­ster lehnen, um eben­so Mul­ti­kul­ti für gescheit­ert zu erk­lären, muss man anführen: So durch­dachte Pro­gramme wie in den Nieder­lan­den hat es in Deutsch­land nie gegeben. Hier fehlt es ja oft schon an Geldern für Sprachkurse. Bei der­art fehlen­der Hil­fe zur Inte­gra­tion muss man sich nicht wun­dern, dass Inte­gra­tion ein Prob­lem bleibt.

Mul­ti­kul­ti dage­gen gibt es in Deutsch­land weit und bre­it: Man muss sich nur die Spiel­er­na­men der Fußball­na­tionalelf durch­le­sen, nur auf die unter­schiedlich­sten Sprachen in den Zügen der Städte anhören, sich die besten Restau­rants der Orte sagen lassen, das Miteinan­der in Schulk­lassen anschauen: Hier ist über­all Mul­ti­kul­ti.

Es ist eben nicht Mul­ti­kul­ti, was tot ist, son­dern es sind lediglich die alten Denkschema­ta von CDU/CSU über­holt und gescheit­ert: Das Pochen auf eine stan­dar­d­isierte Lebensweise war immer schon ein Denk­fehler.

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