re:publica Tag 2

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Es bleibt eine der schwäch­sten re:publicas: Das Konzept erscheint aus­ge­lutscht, die Vorträge sind meist dünn oder aus dem Rah­men fal­l­end. Es gibt kein eigentlich­es The­ma, keine neuen Ideen, kein A-Blog­ger hält einen Vor­trag, kaum inter­essierte Fra­gen zu Vorträ­gen, nur über­füllte Räume, viel PR, Filmereien und Selb­st­be­weihräucherung. Als ob man einem Trend nach­hängt, der seine besten Zeit­en hin­ter sich hat. Aka-aki lässt grüßen.

10.00 Uhr Wake the blog
Die Sprecherin­nen haben eine WDR-Sendung gese­hen, regten sich darüber auf und meinen, dass die dig­i­tale Gesellschaft eine PR-Strate­gie brauche. Nach­dem man dann auch noch begin­nen wollte zu definieren, was Sprache ist, habe ich das Weite gesucht.
11.00 Uhr Wir sind die Urhe­ber
Till Kreutzer erk­lärt Gedanken sein­er Pro­mo­tion­sar­beit, dass aber so plaka­tiv, das nichts als eine hal­b­gare, let­ztlich nicht überzeu­gende Mei­n­ung übrig bleibt.
12.00 Uhr Lob­by­ing the Euro­pean Par­lia­ment
Hier wurde keine ver­ständliche Gesamte­in­führung ins Lob­by­tum des Europäis­chen Par­la­ments gegeben, lediglich ein eigen­er Fall. Ich muss aber zugeben, dass ich nicht ins The­ma eingestiegen bin. Ich zog vor, um
12.20 Uhr Open­leaks
wenig­stens auszugsweise anzuhören. Da ich Dom­schei­dt-Berg schon gele­sen habe und das The­ma Open­leaks keine Neuheit­en erbrachte, auch nur so eine So-lala-Ver­anstal­tung.
12.35 Uhr flat­tr
Flat­tr-Grün­der Sünde fotografierte anfangs die Zuschauer, um auszu­drück­en, wie blöd er es find­et, beim Vor­trag fotografiert zu wer­den. Irgend­wie eine Gaga-Aktion, wenn zwei Filmkam­eras seinen Vor­trag abfil­men. Flat­tr selb­st soll kün­ftig weitver­bre­it­eter einge­set­zt wer­den kön­nen. Ob das als Anreiz zur Benutzung aus­re­icht, wage ich zu bezweifeln.
14.00 Uhr Leak­ing transparan­cy
Geballte Kom­pe­tenz um Mod­er­a­tor Jakob Aug­stein: Peter Schaar, Lutz Hachmeis­ter, Horst Pötk­er und Daniel Dom­schei­dt-Berg reden über Joural­is­mus, Leak­en und den heißen Brei. Oder was immer der Titel besagen sollte.
15.00 Uhr Media and Democ­ra­ti­sa­tion in Africa
Adam Thomas und Jörn Schultz erzählen von ihren Blog-, Pod­Cast- und anderen Pro­jek­ten in Afri­ka. Die Inter­net­tech­niken als erfol­gre­iche Aufk­lärungswerkzeuge.
In der Zwis­chen­zeit ist Renate Küh­nast angekom­men und hält sich an Verkauf­stis­chen auf wie auf einem Advents­basar. Über­flüs­sig­ster Auftritt der ganzen re:publica. Während­dessen ver­wick­le ich einen der Vor­tra­gen­den in ein Gespräch, das wed­er mich noch ihn begeis­tert. Schnell weit­er, nicht jede Kom­mu­nika­tion funk­tion­iert.
16.00 Uhr Blogger_innen im Gespräch
Ich kam etwas später, kon­nte aber immer­hin noch mit­bekom­men, wie die taube Blog­gerin Julia Prob­st die Gestiken für Merkel, West­er­welle und beson­ders Gut­ten­berg vor­ma­chte. Größter Lach­er des Tages. Außer­dem beschw­erte sich Prob­st, dass Taube bald 6€ GEZ zahlen sollen, auch wenn bspw. beim ZDF ger­ade mal 10% der Sendun­gen unter­titelt seien. Manche nicht­ge­hand­i­capte Blog­ger soll­ten sich bei Prob­st mal was abschauen: Das war ein uner­hört guter Auftritt, klar im The­ma und genau im Aus­druck. Ein Licht­blick. Prob­st elek­trisiert das Pub­likum, der Funke springt über, das wurde aber auch Zeit. Nach ihr noch Gut­jahr und eine fem­i­nis­tis­che Blog­gerin auf die Bühne, aber nach dem vorherge­hen­den Inter­viewhöhep­unkt ban­nt das keinen mehr so richtig.
17.00 Uhr Über­mor­gen TV
Die Inter­net-Nis­che des ZDF war mit großem Bohei angereist und präsen­tierte den Elek­trischen Reporter und Don­na Foxx, ein über­flüs­siges Online-Krim­ispiel ohne weit­eren Nährw­ert. Dafür durfte man sich fra­gen lassen, ob das Ganze eine Bewer­bungsver­anstal­tung fürs ZDF gewe­sen sein soll.
18.00 Uhr How fem­i­nist dig­i­tal activism is like the cli­toris
Nur kurz reingeschaut. Soweit ich das ver­standen habe, wurde die Kli­toris sehr anschaulich behan­delt. Man kann Meta­phern auch über­stra­p­atzieren.
19.00 Uhr “Der Bericht ist total ein­seit­ig und mies recher­chiert“
Eine Dame von extra3 und Deef vom quer-blog erläutern ihre Blog­pro­jek­te der bei­den Fernsehsendun­gen. Der Vorteil des Vor­trags ist, dass sie auf lustige TV-Ein­spiel­er zurück­greifen kön­nen, wobei dieser irgend­wie so gar nicht auf das Humorzen­trum der Anwe­senden traf. Worüber man auf der re:publica lacht, wun­derte später aber eh noch wen anders. Im Verl­ge­ich zur ZDF-Präsen­ta­tion etwas weniger Zuhör­er, dafür keine tiefer­ge­hende Kri­tik.
20.00 Uhr Twit­ter­lesung | Roy­al Revue
Twit­ter­lesung wie üblich: Berlin ist so geil, dass alles andere Prov­inz ist, hoch21-Tweets, eigene Tweets, Gez­icke und Gelang­weile auf der Bühne. Jakob Aug­stein als Star des Abends wun­dert sich ans Pub­likum gerichtet, dass es sehr leicht mit Klosprüchen zufrieden zu stellen sei.
In der Kalksche­une legt Herm auf und Bokel­berg hibbelt sich einen.
Die re:publica in der Tagess­chau? Wir müssen reden, Tagess­chau.

Sprech­er des Tages
Jakob Aug­stein. Machte als sou­verän­er Mod­er­a­tor einen humor­vollen, inter­essierten und sprach­lich ansprechen­den Ein­druck. War dann bei der Twit­ter­lesung von der Qual­ität der Ver­anstal­tung etwas über­rascht und blieb dieser gegenüber etwas dis­tanziert. Zurecht. Aber das hätte er vorher wis­sen kön­nen.

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2 Kommentare

    1. Das stimmt natür­lich. Den schaue ich mir nochmal extra an ;-). Den Dias­po­ra-Vor­trag habe ich nicht gese­hen, aber flat­tr war wohl vom For­mat her ähn­lich und alles andere als vom Hock­er hauend.

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