Demobefindlichkeit

In Düs­sel­dorf sol­len wöchent­lich Dügida-Demonstrationen statt­fin­den, also Düsseldorfer-gegen-die-Islamisierung-des-Abendlandes. Mein Auf­re­gungs­zen­trum springt dar­auf nicht an, auch wenn ich vor Ort woh­ne. Viel­leicht einer­seits, weil unter den Demons­tra­ten vor allem Nicht­düs­sel­dor­fer mit­ren­nen, viel­leicht auch, weil es die Welt nicht inter­es­siert, wofür eine Hand­voll Düs­sel­dor­fer nun sich aus­spricht oder nicht. Aber wesent­lich wohl auch, weil Demos in Düs­sel­dorf selbst meis­tens unter dem Lokal­ra­dar her­spat­zie­ren.

Das haben die Initia­to­ren nun auch mal geschnallt und wol­len nicht mehr am Land­tag demons­trie­ren, wo sich abends nicht mal Fuchs und Igel Gute Nacht sagen. Aber ein ande­rer Platz wird da auch nichts ändern. Dügi­da zählt zu den Demos, die sich nach einem Mal des Auf­tre­tens über­lebt haben. Dass sie es in die heute-show geschafft haben, wenn auch nur als Bespot­tungs­ob­jekt, war mehr als man erwar­ten konn­te. Überm Radar wäre man ab 5000 Mit­mar­schie­rern, dazu müss­te man zehn­mal mehr Leu­te bewe­gen als bis­lang. Das traue ich die­sen Torf­na­sen ein­fach nicht zu.

Und so wer­den sie auch wei­ter­hin Lügen­pres­se brül­len, aber nicht erken­nen, dass es eben die­se Pres­se gewe­sen ist, die die­se Demo, die ohne Pres­se und Gegen­de­mons­tra­ten nicht der Rede wert gewe­sen wäre, Dügi­da mit bekannt gemacht hat — und genau­so fal­len las­sen kann.

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